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Luterbach, 13.11.04

In Luterbach können die Kindergärteler und Primarschüler bei der Gestaltung des Schulhauses und des Pausenplatzes mitreden. Ein Augenschein vor Ort zeigt, dass sich die Schüler in ihrer Umgebung sehr wohl fühlen.

Gestern Morgen, 9.50 Uhr. Die Pausenglocke läutet und erinnert an die eigenen Schulzeit. Keine Minute vergeht. Aus dem totenstillen und verlassenen Schulareal in Luterbach wird an diesem nebligen und feuchtgrauen Morgen ein lebhafter Pausenbetrieb. Jungs eilen in kleinen Gruppen kreischend über den grossen Pausenplatz hinüber zum Spielplatz. Dieses grüne Gelände, das einst aus Bauschutt der neuen Turnhalle entstanden ist, lädt zum Verweilen ein: Die drei Schaukeln sind heiss begehrt, die drei Meter lange blaue Rutschbahn rege benutzt. Gleichzeitig dient dieser Ort als Erholungsgebiet, Natur-Lehrpfad und Grillierplatz. 

Während hauptsächlich die Mädchen gruppenweise zwischen den herbstlich gefärbten Sträuchern verschwinden, ihre Äpfel und Sandwiches essen und dabei intensiv miteinander diskutieren, sind es die Jungs, die auf der anderen Seite, auf dem Pausenplatz, miteinander Fussball spielen und mit vollem Einsatz um jeden einzelnen Ball kämpfen. Der Eindruck täuscht nicht, die 280 Schüler fühlen sich hier sichtlich wohl und nutzen die 20 Minuten freie Zeit vollumfänglich aus.

Rentable Auszeichnung
Kein Wunder also, dass der Kindergarten und die Primarschule Luterbach mit dem «Pestalozzi-Preis für kinderfreundliche Lebensräume» für dieses Jahr ausgezeichnet wurden. Sie erhalten einen Beitrag von 10 000 Franken für ihr innovatives Engagement, das die Bedingungen für Kinder und Jugendliche in der Schweiz verbessert. Insbesondere in den Bereichen Freizeit und Kultur, Sozialpolitik sowie Mitbestimmung der Kinder.

Die farbig dekorierten alten Mauern im innern des Schulhauses sind Beweis genug, dass die Jugend Einfluss auf die Gestaltung hat: Viele bunte Zeichnungen und gelbe, blaue und grüne herunterhängende Stoffstreifen lassen die langen, typischen Schulhausflure kürzer und um einiges freundlicher erscheinen.

Verantwortung fördern
Vor drei Jahren wurde, unter anderen von der damaligen Lehrerin Letizia Wüst, dazu aufgerufen, den Kindern des Kindergartens und der Primarschule mehr Verantwortung zu überlassen und sie bei Entscheidungen miteinzubeziehen. Mit der Unterstützung der Universität Fribourg konnte das Projekt «Just Community» im Jahre 2001 gestartet werden. «Unser Hauptanliegen ist es, dass die Kinder mitdenken und mitgestalten und dabei lernen, Mitverantwortung zu tragen», sagt Rolf Caccivio. Er leitet seit diesem Sommer die Schule.

Schritt für Schritt führte man die Schüler in die Gestaltung des Schullebens ein. Drei bis vier Mal pro Jahr findet eine Vollversammlunge statt, die von Klassenvertretungen und zwei Lehrpersonen vorbereitet und durchgeführt werden. Mit dabei sind alle, vom Kindergärteler bis zum Sechstklässler. Die Weiterentwicklung der Projekte, beispielsweise die Gestaltung des Pausenplatzes, findet in Kleingruppen statt. Ausdiskutiert und abgesegnet werden sie dann im Plenum. «Die Kinder sind sehr motiviert und stecken voller Ideen», bestätigt Vera Fluri, Projektleiterin und Lehrerin. Die Kinder müssten aber erkennen, dass es sich dabei nicht um ein Wunschkonzert handelt, ergänzt Caccivio. «Hingegen sollten die Projekte auch nicht versanden, und daher ist die Umsetzung von einzelnen Anliegen wichtig.» Ansonsten fühlten sich die jungen Leute nicht ernst genommen. So wurde jüngst die Skating-Anlage gebaut.

Ab ins Schulzimmer
Ob es nun die Freude am gewonnenen Preis und der bevorstehenden Feier ist, oder ob die Schulkinder in Luterbach einfach nur gerne zur Schule gehen sei dahingestellt. Jedenfalls eilen die 280 Schülerinnen und Kindergärteler, sobald die Glocke das Ende der Pause ankündigt, schleunigst in ihre Schulzimmer. Aber erst, nachdem alle Spielgeräte fein säuberlich versorgt wurden.

Susanne Rufer Christen

«Schuluniformen bringen uns gar nichts», sagt Schulleiter Rolf Caccivio. Er widerspricht damit FdP-Politiker Ruedi Nützi, der im Solothurner Tagblatt die Einführung von Schuluniformen gefordert hatte: Das Klima in einer Klasse sei entscheidend für den Lernerfolg. «Es darf nicht durch Kleiderdiskussionen, etwa wer die teuersten Markenklamotten trägt, beherrscht werden», begründete Nützi. Den Kindern würden generell zu viele Steine aus dem Weg geräumt, sagt Caccivio: «Sie müssen lernen, mit Konflikten umzugehen. Streit gehört zum Leben. Gleichschalterei bringt nichts.» An der Kantonsschule Aarau trägt eine Klasse versuchsweise während einem Monat Uniformen. Die Schülerinnen wollen so dem Marken- und Modedruck entgegenwirken. Zudem hätten Lehrer immer öfter beklagt, dass die Jugendlichen in nachlässiger oder zu freizügiger Kleidung zur Schule kommen.st

 

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