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Ein ungewöhnlicher Anblick präsentierte sich am Dienstagmittag im Lehrerzimmer der Primarschule. Nicht Lehrpersonen, sondern 15 Klassenvertreter/innen (je eine/r vom Kindergarten bis zur 6. Klasse), besetzten die Stühle. Alle mit Lunch ausgerüstet und etwas nervös. Was wohl auf sie zukommen wird? Auch für die vier Lehrerinnen (P.Späti, M. Grädel, V. Fluri, L. Wüst) war es eine neue Situation. Alle waren zusammengekommen, um die 1.Vollversammlung (VV) zu planen. Nach einem kurzen "Businesslunch" ging es an die Arbeit.

Zu Beginn wurde nochmals die Aufgabe der Vorbereitungsgruppe erklärt und wie sie organisiert wird. Die insgesamt 15 Kindergarten- und Schulkinder wurden in sogenannte Chefs (aktive Mitglieder) und Mithelfende (passive Mitglieder) aufgeteilt.

Zu Beginn wurde nochmals die Aufgabe der Vorbereitungsgruppe erklärt und wie sie organisiert wird. Die insgesamt 15 Kindergarten- und Schulkinder wurden in sogenannte Chefs (aktive Mitglieder) und Mithelfende (passive Mitglieder) aufgeteilt.

Um die anstehenden Aufgaben in Angriff zu nehmen, teilte sich die Vorbereitungsgruppe in zwei Arbeitsgruppen auf. Eine diskutierte darüber, wie sie das Thema "Pausenplatz" ihren Klassenkameradinnen und Klassenkameraden an der Vollversammlung vorstellen könnte.
Die andere Gruppe unterhielt sich, welche Regeln an einer VV gelten sollten. Viele Ideen und Vorschläge trugen die Kinder zusammen. Es wurde überlegt, diskutiert und am Ende entschieden. Alles wurde von den Schüler/innen auf Papier festgehalten und anschliessend der jeweils anderen Gruppe vorgestellt. So kamen noch mehr Ideen von den anderen Schulkindern dazu. Die abschliessende Rückmeldungsrunde hat deutlich gezeigt, dass es für alle Beteiligte sehr spannend war und es ihnen gefallen hat.

"Wir fördern die Schülermitsprache!", heisst das Motto der Primarschule Luterbach für das Jahr 2002. Professor Dr. W. Althof und Lehrpersonen stellten in der alten Turnhalle das Projekt Just Community zahlreichen interessierten Eltern vor. In Zukunft sollen Luterbachs Schulkinder bei ausgewählten Themen mitentscheiden können.

Schulleiterin Brigitte Huizenga-Stadelmann erwähnte in ihren Eröffnungsworten die ELF-Kurse (Erweiterte Lernformen), die in den neunziger Jahren besonders den Unterricht veränderten. Das vorerst auf zwei Jahre angelegte Projekt der Schülermitsprache reiht sich nun nahtlos an die Bemühungen der Primarlehrerschaft für eine kindergerechte und den heutigen Qualitätskriterien entsprechende Schule an.

Dr. Wolfgang Althof der Universität Fribourg, welcher das Projekt begleitet, erklärte, dass Just Community eigentlich "gerechte Gemeinschaft" bedeute und das Modell in den USA entwickelt wurde. Persönlich finde er aber die Worte fair und fürsorglich besser. Das Ziel sei, dass in den Schulen über Gerechtigkeit gesprochen, diese gelebt werde und die Kinder einen Gestaltungsfreiraum erhielten.

Untersuchungen aus Seewen und Liestal, welche die Schülermitsprache bereits seit einigen Jahren kennen, belegen, dass sich dadurch das soziale Verhalten der Kinder verbessert und die Lernbereitschaft zunimmt. Die Schülerinnen und Schüler gewinnen durch die Mitsprache auch mehr Vertrauen in die Lehrpersonen. Die dafür eingesetzten Lektionen sind also gut investiert und ermöglichen es den Kindern dem Unterricht künftig zielgerichteter und konzentrierter zu folgen.

Videoaufnahmen anderer Schulen zeigten den Eltern, wie Just Community in Luterbach aussehen könnte. Die Lehrerin Letizia Wüst wies darauf hin, dass der Kern von Just Community die Vollversammlungen sind. Eine solche Veranstaltung dauert ungefähr 60 Minuten. "Zuerst treffen sich alle in der Turnhalle, dann wird in Kleingruppen nach Lösungen zum gestellten Thema gesucht. Diese stellen die Schulkinder anschliessend im Plenum kurz vor. Erst in einer weiteren Zusammenkunft wird entschieden. Vor allem für die jüngsten Kinder müsse es sich erst noch zeigen, ob sie sich bei einer solchen Veranstaltung wohl fühlen", so Letizia Wüst.

In einer kurzen Diskussionsrunde, fast wie bei Just Community, debattierten anschliessend die Eltern über das Konzept. Es tauchten kaum Fragen auf. Eine Person äusserte jedoch ihre Bedenken: "Luterbacher Kinder bekommen ja einen Kulturschock, wenn sie an weiterführenden Schulen ganz andere Verhältnisse antreffen." Eine Lehrerin zeigte sich aber überzeugt, dass die Kinder genügend gestärkt werden, sodass sie sich auf gute Art werden wehren können.

Die erste Vollversammlung der Luterbacher Schule findet am 6. März statt. Die Vorbereitungsgruppe aus je einem Klassenvertreter und zwei Lehrpersonen ist bereits an der Arbeit. Frau Marti von der Schulkommission zeigte sich überzeugt, dass die Früchte dieses Projekts in ein paar Jahren geerntet werden können.

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